
Das Projekt liegt am Rand eines Baugebiets mit Blick auf die typische Parklandschaft des Münsterlandes mit kleinräumigen Wiesen, Feldern, Wallhecken und Wäldern. Die Nutzung prägender Sichtbezüge zu Blickpunkten in der Landschaft sowie die gestalterische Übertragung der Felder in die Gartengestaltung mit einem optisch fließenden Übergang lassen den Garten als Teil der Landschaft wahrnehmen.
Die Architektin des Neubaus war gleichzeitig die Kundin und wünschte sich einen modernen und großzügigen Hausgarten mit ganzjährigen Blühaspekten. Es sollten verschiedene Gartenräume geschaffen werden mit Bezug zu den Innenräumen.
Das Planungskonzept führt die starke Architektur in der grundlegenden Struktur des Außenraumes fort. Je nach Tageszeit sollen verschiedene Gartenräume genutzt werden können.
Lineare und formale Flächen stehen im Kontrast zu strukturstarken und lebendigen Staudenfeldern mit ganzjährig wechselnden Aspekten. Durch den Einsatz von Großgehölzen, wie der Gleditsie und dem mehrstämmigen Trompetenbaum, sowie den fließenden Übergang der Rasenfläche zum Kornfeld profitiert der Garten von der Weite der münsterländischen Parklandschaft.
Bei der Planung wurde von Beginn an mit kontrastreichen Pflanzbildern für ein Zusammenspiel der diversen Stauden und Gräser entworfen. Diese sollten im Anbetracht der Klima- und Artenkrise insektenfreundlich und größtenteils trockenheitstolerant sein.
Durch den Verzicht auf eine Einfriedung des Gartens zum angrenzenden Feld verstehen auch Wildtiere den Garten als ihren Lebensbereich. So kommt es vor, dass auch mal ein Reh oder Fasan am frühen Morgen in der Staudenmischpflanzung zu beobachten ist.
Materialien, Pflanzung und Architektur verbinden sich zu einer harmonischen Landschaft.
Die Atmosphäre des Gartens lebt von seinem Bezug zur Architektur und der umgebenden Landschaft. Verschiedene Aufenthaltsräume ermöglichen dabei je nach Tageszeit verschiedene Blickwinkel, wie der Lounge Bereich mit Kräuterbeet unter dem Sonnensegel, der großen Terrasse für Grillabende mit Freunden oder der kleine Sitzplatz mit Blick auf den Sonnenuntergang. Mit den wechselnden Blühaspekten der Bepflanzung lässt sich jede Jahreszeit noch intensiver erleben und genießen. Die Großgehölze im Garten wachsen dabei stetig und rahmen die Architektur in jedem Jahr mit mehr Charakter ein.
Die Architektur des Hauses bildet mit der Gestaltung des Außenraumes eine Einheit. Von dem übergeordneten Gestaltungskonzept bis zur Detailplanung entwickelt sich der Garten doch jedes Jahr ein wenig weiter und schafft einen lebendigen Ort für die Kunden wie auch für viele begeisterte Freunde und Gäste.